Auswahl neuerer Texte
 
08.12.2016

Am Ende ist man immer schlauer. Man weiß nie, wie man beim nächsten Anfang beginnt. Doch wenn man weiß, wie etwas im jeweils aktuellen Kontext funktioniert, ist die Technik des Unterscheidens, mit der man gerade operiert, schon weiter als man gerade denkt. Es gibt eine Vielzahl von Lösungen während man Probleme nur noch als Anlässe betrachtet, für die man optimaler funktionierende Lösungen entwickelt. Wir leben heute in Kooperation mit Systemen, die ähnlich wie wir selbst vor allem eines sind: lernfähig. Zeitgenössisch arbeiten heißt, seine Beobachtungen zu testen und sein Denken dort zu orten, wo Eigenes beginnt. Etwas zu machen, mit dem so nicht gerechnet hatte. Wenn man aus einer bereits gemachten Erfahrung klüger wird, kann man auch aus dem Machen von selbstläufigen Prozessen etwas lernen. Man weiß nicht, was im nächsten Moment passt und passiert, aber man schreibt es erst einmal auf. Und vergisst es dann womöglich nie mehr.

In the end, we are always wiser. We never know how the next beginning will be. However, understanding how something functions now, means that the currently applied technique of differentiation is much more advanced than it seemed. While problems are seen solely as occasions for finding optimised solutions, there is in fact a multitude of solutions. Today we live in alliances with systems which, above all, are able to learn. They resemble us in this way. Working in a contemporary way means testing observations and locating thoughts where original ideas begin -- in other words, doing something unexpected. If experience leads to more wisdom, then carrying out intuitive processes can also be instructive. Although there is no telling how things will work out in the next moment, one starts off by writing everything down – and perhaps it will never be forgotten.

2016
Effekte digitaler Kommunikation – Wie man Bilder mit Kunst vergleichbar macht
Was,wenn das Undenkbare wirklich einträte und Kunst wirklich plötzlich ersetzbar geworden wäre? Und wann und unter welchen Voraussetzungen würde dieser Zeitpunkt eventuell eintreten? In jedem Fall ermöglicht es die heutigen Anwendungen digitaler Kommunikation, in der wenige ikonische Bilder der Kunstgeschichte nicht selten trivial verändert werden, einen Erfahrungsumbruch, der sowohl einen Wandel im Umgang mit digitalen Bildern als auch veränderte Weisen in der Wahrnehmung von Kunst-Bildern markiert. Bilder reproduzierter Kunstwerke transformieren unsere inneren Bilder, die wir uns aktuell von Kunst machen und das Transformiert-Werden des einen ins andere wird selbst zu einem bewussten ästhetischen Ereignis (gemacht).
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2016
Was Fragen fragen
Was wäre, wenn wir nicht Bilder beschreiben oder vergleichen, sondern plötzlich Fragen zu Ideen von Bildern (er-)finden? Was unterscheidet Beschreibungen und Vergleiche von Fragen? Was lernen wir, indem wir neue Fragen wagen? Und wie formuliert man Fragen, die über die Grenzen ihres Autors oder ein aktuelles Format hinaus reichen?
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2016
Leben im Artozän – Kunst und Evolution
Immer mehr leben Kunst und ihre jeweiligen Vermittlungen von einer besonderen Form des Machens, von jeweils ausgewählten Formen des Inszenierens, ja des gezielten Übertreibens. Wird unser Leben in der nächsten Zukunft der heutigen globalisierten Welt vielleicht als ein Artozän in die Geschichte eingehen? Als eine Umwelt der Menschen, deren Natur sich zunehmend durch exklusiver werdende Kunsterfahrungen auszeichnen wird?
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2016
Im Zeitalter der Vergleichbarkeit
Vor einiger Zeit sorgte Mauricio Cattelans vergoldete und nutzbare Toilette für eine kleine Aufmerksamkeitswelle in den Medien. Seit Werk stellte eine Frage, die seit ungefähr hundert Jahren die Gegenwartskunst vorantreibt: Was hat die Exklusivität eines ausstellbaren Objekts wie die eines Kunstwerks mit der Banalität eines alltäglichen Gegenstandes zu tun? Oder allgemeiner gefragt: Was macht den Vergleich von scheinbar Unvergleichbarem als Wert seiner Darstellung so überraschend, subtil und offenbar jederzeit veränderbar?
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2016
Ein Detail steckt im Geheimnis seiner Unterscheidung
Gegensätze ziehen sich an. Indem man deren Unterscheidungen in eine Einheit verwandelt, die man früher so nie als Form gesehen oder gar angewandt hätte, erkennt man heutige Leistungen und Ansprüche aber ebenso auch deren Zwänge, die sich aus neuen Möglichkeiten von Darstellungen ergeben.Zu den angewandten Geheimnissen zeitgenössischer Kunst gehört die Technik neuartige Unterscheidungen zu konstruieren und diese angemessen zu inszenieren – beispielsweise als Unterscheidung zwischen Details und (ihren) Geheimnissen.
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2016
"Ich weiß nicht, was Kunst ist“ Die Ausstellungseröffnung als Erfahrungssituation
Vor einigen Jahren konnten die Gäste einer Ausstellungseröffnung in einem Museum einmal eine eigenartige Erfahrung machen. Unverhofft ließ der Direktor mitten in der Rede einen Satz fallen, der sinngemäß lautete: Und wissen Sie was, meine Damen und Herren, ich weiß eigentlich gar nicht was Kunst ist! Die Gäste schauten sich irritiert um, war man doch gewöhnt, dass mindestens der Direktor des Museums den Besuchern die Kunst erklären konnte. Auch wenn dieser Satz natürlich eher eine rhetorische Finte denn eine Intuition war, rätselten die Gäste noch lange, wie diese Formulierung wohl zu deuten war.
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2016
KÜNSTRLERMYTHOS und BETRACHTERKOMPETENZ.Zur Einheit einer Differenz
In einem 2013 veröffentlichten Sammelband mit dem Titel "Kunst ↔ Begriffe der Gegenwart.Von Allegorie bis Zip", der in 55 Beiträgen pointierte Einblicke in die aktuelle Theorie und Praxis von Kunst lieferte, tauchte der Begriff des Künstlers nicht mehr auf. Es war damals scheinbar nicht mehr unbedingt notwendig und ist auch heute nicht cool vom Mythos des Künstlers zu sprechen. Ist dieser nicht längst in der Tiefe der Kunst-Geschichte entschwunden? Oder – was wahrscheinlicher wäre – ist er womöglich längst in etwas Anderes transformiert worden?
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2016
Floating Values. Zur Aktualität einer zeitgenössischen Differenz
Man kann die Geschichte(n)zeitgenössischer Gegenwart und ihrer Kunstformen ganz unterschiedlich erzählen. Eine Geschichte erzählt von der Umwertung des Alltäglichen, der „Banalisierung des Exklusiven“. Im Kern geht es dabei um die aktuelle Veränderung von Ideen, die mit der Neubewertung von Werten zu tun haben. Welche Leitidee und welche Werte verkörpern sich Christos „Floating Piers“? Oder genauer: Welche gesellschaftlichen Werte werden bei dieser extrem medienwirksamen Massenaktion zur Reflexion gebracht? Und welches Bild von ganz unterschiedlichen Werten verkörpert eigentlich Christos Idee der „Floating Piers“?
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2016
Ausstellungskritik. Ideen zur Themenausstellung
Ausstellungen müssen heute Unterschiedliches gleichzeitig leisten: sie sind aktuell und möglichst anspruchsvoll, unterhaltsam und subtil, niederschwellig in der Vermittlung und modisch ohne vorschnell dem Zeitgeist zu verfallen. In besonderer Weise gelten diese Vorgaben auch für Themenausstellungen. (...) Was Themenausstellungen heute möglicherweise leisten, ist die Erfahrung der Veränderbarkeit der neuen Betrachtbarkeit von Dingen, Ideen und Aspekten. Dinge, Ideen und Aspekte sind keine Informationen, sondern können als Instrumente deren Veränderbarkeit anzeigen, sichtbar machen oder imaginieren.
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2016
Fragmente. Die Kunst kleiner zu denken
Seit der Moderne dachten und denken Künstler Großes sehr klein, Neues anders als erwartet oder achten auf scheinbar Banales, das plötzlich exklusive Wirkung entfaltet. Nichts funktioniert dabei aber ohne ausgewählte Bruchstücke, sprechende Details oder andere „unabgeschlossene oder nicht anschlussfähige Äußerungen“ (Niklas Luhmann, Die Kunst der Gesellschaft, Ffm. 1997, S. 460). Das Fragment gilt in der ästhetischen Moderne als Leitmetapher, als eine Größe ohne die ein größeres Ganzes nicht zu begreifen ist. Ein Fragment ist mehr als ein Moment des Erhabenen oder eine Information.
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2016
Readymade mit Selfie. Was Unterscheidungen und Ähnlichkeiten über deren Vergleichbarkeit verraten
Heute ist vieles möglich. Aber weniges macht auf Dauer wirklich Sinn. Und noch weniger erzeugt eine Evidenz. Kann man nicht, fragen wir einfach mal rhetorisch, ein Readymade mit einem Selfie vergleichen? Kann man schon - aber Fragen bleiben dann nicht aus. Ähnelt etwa ein Readymade einem Selfie, weil man in beiden Fällen weniger von einem Werk als von einer spezifischen Kommunikation spricht? Oder unterscheiden sich beide, weil das eine ein Werk darstellt, was anfänglich nicht als Kunst wahrgenommen wurde und das andere einen Kommunikationsanlass darstellt, indem sich ein Betrachter mit etwas anderem vergleicht?
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2016
Kreative Differenzierung. Wie vergleichen verändert
Jeder Text ist nur so gut wie das Netz, in dem sich die Zeit ihrer Leser verfängt. Ein Vergleich wie dieser klingt auf Anhieb smart. Als vergleichende Aussage macht er nicht nur auf sich selbst aufmerksam sondern produziert so für den Leser einen neuen Erkenntnisraum – oder zeitlich formuliert: er erschafft eine veränderte Form von Gegenwart. Das Herstellen eines Vergleichs heißt abstrakt gesagt: jetzt ein Wissen in einem aktuellen Können neu zu generieren.
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2016
Museum und Supermarkt. Eine kurze Geschichte des Vergleichens
Das Vergleichen von ausgewählten Merkmalen gilt – vor allem auch in der Kunst- und Bildgeschichte – als eine Königsdisziplin. Heute – im Zeitalter von Vergleichsportalen – lassen sich nicht nur Ähnlichkeiten zwischen unterschiedlichen Elementen (Texten, Theorien, Bildern, Aussagen) vergleichen, sondern vor allem auch Differenzen, die sich innerhalb eines Werkes an früheren und gegenwärtigen Wahrnehmungen ablesen lassen.
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2016
Aus alt mach neu. Zaubern und Argumentieren
Heute hat man – vor allem bei Aufenthalten im Netz – immer stärker das Gefühl, dass alles möglich ist und gleichzeitig alles, was jetzt realisiert wird, sich unter der Hand ins Gegenteil verkehren kann. Mit anderen Worten: Es ist, als würde man zaubern können, während man doch gleichzeitig nur an einem neuen Text schreibt. Und der Leser weiß inzwischen, dass Autoren besonders dann kommunikativ erfolgreich sind, wenn sie ihre Zauberkunststückchen weitestgehend transparent machen.
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2016
Modell oder Marke. Das Kreative zwischen Kunst und Können
Der moderne Könner kann, wie Peter Sloterdijk einmal sinngemäß formulierte, immer weniger, weiß aber immer besser, wie es auch anders gehen könnte. Könner gibt es viele. Ein geübter Könner ist der Künstler. Der moderne Künstler weiß, dass er nicht (mehr) alles können muss und kann selbst aus dieser Situation heraus noch etwas anderes und womöglich Einzigartiges schaffen – kann er sein Machen doch einem interessierten Publikum als etwas ganz Besonderes vermitteln.
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2016
Originell sein reicht nicht mehr – Ideen für Nonkonformisten
Manchmal reicht es, wenn man am richtigen Tag frische Ideen in Form einer Zeitung kauft. In der FAZ findet sich am 27. März 2016 ein Text der Redakteurin und Schriftstellerin Joanna Adorjan, in der sie Neue Ideen für Ai Weiwei zur Diskusssion stellt. Man stelle sich vor: eine noch relativ unbekannte Autorin erteilt dem prominenten Künstler Ai Weiwei Ratschläge wie er mit gut gemeinten Ideen sein Oeuvre bereichern kann, das bekanntlich seit Jahren im globalen Kunstmarkt fest etabliert ist.
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2016
Erkenntnislust und Kunstkonsum – Wolfgang Ullrichs Siegerkunst
Wer in den neunziger Jahren mit Niklas Luhmanns „Kunst der Gesellschaft“ (1997) komfortabel ausgerüstet in die Zukunft zu blicken schien, der ist eine Generation später mit Ullrichs Siegerkunst leicht irritiert aber auch sehr ernüchtert direkt in der Mitte der Gegenwart ihrer smarten marktkonformen Kunst angekommen. Eine der Leistungen Ullrichs besteht wie in vielen seiner bisher veröffentlichten Publikationen zur zeitgenössischen Kunst in dessen häufig indirekt ins Werk gesetzter Provokation zum kritischen Selbstdenken.
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2016
„Sehen, was das Gesehene uns erwarten lässt“. Noch ungeschrieben – eine Geschichte der Kunsterwartung
Nicht wenige Kunstwerke und ästhetische Situationen operieren mit Erwartungen, mit denen Betrachter – ob bewusst oder unbewusst – ihre eigene aktuelle Wahrnehmung von Kunst steuern. Eine entsprechende Wahrnehmungs-Geschichte historischer Kunst-Erwartungen ist bis heute noch nicht geschrieben worden. Die starke Erwartung,dass das Sehen von Kunst diese verändern wird, lässt sich dabei nicht ausschließen.Doch können wir vielleicht nicht auch etwas sehen, was wir n i c h t erwarten?
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2015
Sind sie kreativ oder schreiben Sie polemisch?
Zu den nachhaltig irritierenden Texten, die in diesem Jahr (2015) zur Situation der Kunst und ihrer Vermittlung veröffentlicht wurden, gehört sicher Wolfgang Ullrichs Polemik "Stoppt die Banalisierung", in dem der Autor den missionarischen Übereifer von Kunstvermittlern in Museen kritisiert, ihn mit der Sozialdemokratisierung der Gesellschaft in Beziehung setzte und die Frage stellt, wie sich die Verabsolutierung von Kunst in der Kunstvermittlung auf diese selbst auswirkt.
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2015
„Der Betrachter ist nicht tot, er ist nur nicht da.“ Paradoxien – Passionen der Moderne
Paradoxien sind so etwas wie die Feuerwerkskörper menschlicher Logik: sie bringen nicht-logische Zusammenhänge zur Sprache, die den Betrachter/Leser inspirieren, das Logische und das Nicht-Logische miteinander zu kombinieren, um Erfahrungen zu machen. Was kann man von einer Paradoxie, diesem schrägen Bastard zwischen plötzlicher Evidenz und andauerndem Widerspruch, eigentlich lernen? Am besten man antwortet auf Fragen dieser Ordnung selbst mit einer paradoxen Frage: Was wäre,wenn es plötzlich keinen Konjunktiv mehr gäbe?
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2015
Kreativität. Zwischen Selbstzwang und Künstlermuse
Heute soll, nein heute muss jeder kreativ sein; jeder, der heute arbeitet, kommt ohne Kreativität, sei sie kurzzeitig improvisierend oder dauerhaft in Bearbeitung, nicht mehr aus. Wahr ist auch: Auf Dauer nicht kreativ zu sein, können sich heute immer weniger Arbeitende leisten. Dabei ist Kreativität in hohem Maße ambivalent: entsteht sie einerseits unmittelbar in einem lebendigen Prozess schöpferischen Handelns, kann man andererseits auch Probleme und Leistungen kreativ kontrollieren und managen. Der Frage, die entsteht, kann man nicht ausweichen: Was ist das für eine Gesellschaft, die von immer mehr ihrer Akteure fordert, lebenslang kreativ bleiben zu müssen?
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2015
Kuckuckskünstler. Eine Glosse zur Debatte um Wolfgang Ullrichs ZEIT-Artikel
Debatten machen Lust auf eigenes Denken – besonders im Frühsommer, wo neues Leben erwacht. Vielleicht lässt sich ja die Diskussion zu Wolfgang Ullrichs ZEIT-Artikel (Stoppt die Banalisierung! DIE ZEIT v. 26. 3. 2015; http://www.zeit.de/2015/13/kunst-vermittlung-museum) über den vermeintlichen „missionarischen Eifer“ der Kunstvermittler und die Banalisierung der Kunst noch durch einen etwas ungewohnten Vergleich erweitern, der einen anderen Blick auf das Museum als ein nachhaltiges Biotop wirft.
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2015
Aus dem Kopf in die Hand – Ideen zur Architektur zeichnen
Was macht der Kopf, wenn die Hand zeichnet? Und der Betrachter betrachtet? Vieles beginnt im luftleeren Raum. Wie entwirft der Architekt, wenn er zeichnend Räume imaginiert? Wie entwickelt sich der Entwurf von der Linie über die Fläche in den Raum? Welche Qualitäten hat eine Linie im Gegensatz zu anderen Darstellungsweisen? Das Schöne am Zeichnen von Linien wird durch ihre Doppeldeutigkeit umschrieben. Linien geben nicht nur Wege ihres eigenen Entwurfs wieder. Sie sind zugleich so abstrakt, dass sie dem eigenen Assoziieren nicht im Wege stehen. In dem Moment, in dem wir zeichnen, teilen wir den Raum auf dem Papier in zwei Hälften: den Raum diesseits und jenseits des zu Zeichnenden.
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2015
Inside outside. The Artist as Architect – between built and not built
No matter how individual pieces of art are realized, they all contain created interior spaces and as such provide an occasion for observations of observations. It is equally true that today we can read spaces as images; they generate new, mutual resonances between inside and outside. What happens when a “medium” or representation, for example an artist, acts as if he works like an architect? He builds spaces, which from the outside do not aim or claim to represent architecture but rather function as a special kind of interior space. Put differently: artists always replicate their own individually and idiosyncratically created interior architectures.
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2015
Asymmetrie. Von der Kunst Widersprüchliches zu kommunizieren
Angenommen, eine intelligente Maschine würde einmal beobachten, wie zwei Menschen miteinander versuchen, zu kommunizieren – wie würde diese Maschine diese Begegnung und ihre Folgen dokumentieren? Heute verläuft eine technische aber auch eine künstlerische Form der Kommunikation im Wesentlichen hocheffizient, unterschwellig und selbst widersprüchlich – mit anderen Worten: asymmetrisch.
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2015
Risiken und Nebenwirkungen? Beobachtungen zum Widerspruch
Dreihundert Jahre braucht der Mensch im Durchschnitt um eine neue kognitive Eigenschaft in seinem genetischen Repertoire fest zu verankern. Wann wird der heutige und zukünftige Mensch wohl das Beobachten und Bewerten von Widersprüchen als eine Notwendigkeit betrachten? Widersprüche sind so etwas wie die Problemzonen einer Gesellschaft. Doch wovon erzählen sie im Einzelnen und was erzählen sie über uns selbst? Neben Problemen und Lösungen gibt es noch eine dritte, zeitgemäße und tendenziell anwachsende Wirklichkeit – die Welt der Widersprüche. Doch was überhaupt sind Widersprüche und wie entstehen diese? In welcher intellektuellen, politischen und künstlerischen Umgebung gedeihen sie besonders gut? Wie wäre ein Leben ohne sie? Wie reagieren Betrachter wenn sie sich den Risiken und neben Nebenwirkungen von Widersprüchen aussetzen?
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2015
Freiheit,Form,Futur. Das Jetzt (in) der Kunst
Das Reisen in (un-)mögliche Zukünfte ist seit der Veröffentlichung von H. G. Wells Roman „Die Zeitmaschine“ ("The Time Maschine")(1895) für deren Leser zu einem populären Vergnügen geworden. Heute reicht es schon vermeintlich einfache Fragen zu stellen, um sich quer zu herrschenden Gegenwarten zu bewegen. Keine eigenartige, sondern eine naheliegende Frage: Warum entsteht heute etwas, was im Kunstkontext entsteht, also beobachtet wird? Bin ich wer, insofern ich (mich) beobachte?
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2015
Ist das Kunst oder macht diese Frage intelligent?
Kunst ist heute ist nicht mehr nur noch eine Angelegenheit für gewiefte Kunstexperten, sondern ereignet sich vor unseren Augen, also für alle aufmerksame Mitmenschen und andere Kunstinteressierten. So auch hier. Kürzlich konnte man im öffentlichen Aussenraum ein Werbebanner mit folgender Aufschrift sehen: Ist das Kunst und macht das Sinn? Nicht schlecht. War hier ein anonymer Künstler am Werk?
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2015
Deutsche Wunderworte/ German wonder words
Nichts weiter als ausgewählte deutsche Worte / Nothing more than Special selected german words.
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2015
Der Künstler als Architekt – zwischen Bauen und Nichtbauen
Kunstwerke enthalten, wie immer sie auch im Einzelnen realisiert sein mögen , gestaltete Binnenräume, oder anders gesagt: Anlässe für Beobachtungen von Beobachtungen. Das gilt insbesondere auch für Räume, die ein inneres Verhältnis zu Räumen formulieren. Was geschieht, wenn ein darstellendes Medium wie ein Künstler so tut, als ob er wie ein Architekt arbeitet? Er baut Räume, die nach Aussen hin keine Architektur darstellen oder sein wollen, sondern als Innenräume einer besonderen Art fungieren. Anders gesagt: Künstler imitieren immer auch ihre jeweils eigenen und eigenwillig erschaffenen inneren Architekturen
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2015
JA GEHT´S NOCH !? Was Kunst mit Nicht-Wissen macht. Oder: warum es heute so teuer ist, dem Zeitgeist nicht hinterher zu laufen
Kunst entsteht immer in Momenten der Unsicherheit, buchstäblich aus und im Moment: zwischen Einfall und Abfall bilden sich Stellen des Wissens, die sofort durch andere ersetzt werden können. Selbst die Idee von Kunst. Was wäre, wenn Kunst eine Form von Nicht-Wissen darstellt, die über Kunst und ihre Entstehung informiert und gleichzeitig den eigenen Status als Kunst verändert?
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2014
Ein opportunistischer Geist. Wie Wolfgang Ullrich dokumentiert, was aus Spekulation entstehen kann
Rezension zu: Wolfgang Ullrich, Des Geistes Gegenwart.- Eine Wissenschaftspoetik. Berlin / Wagenbach 2014. ISBN 9783803 127297
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2014
Der Anteil des Beobachters. Daten - Wert und Verwertung
Beobachtungen muss man sammeln – bisher notierte man dieses und jenes in Form von einzelnen Sätzen und ließ so im Laufe der Zeit eine mehr oder weniger notwendige Form einer Darstellung entstehen. Heute arbeitet man innerhalb einer Darstellung mit beobachteten Beobachtungen, also mit bereits vorhandenen Daten, die man nicht direkt im Einzelnen ausformuliert hat, sondern aus deren schierer Menge neue Zusammenhänge erzeugt, errechnet, gewichtet und gewertet werden können. Daten distanzieren - vor allem uns, ihre Beobachter, von der Welt ihrer Darstellung.
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2014
Paradoxie ohne Vertrauen. Was Kunst (nicht) gegenwärtig macht
Kunst träumt nicht mehr davon, was sie unsichtbar sichtbar macht, sondern davon, wie sie gegenwärtig gemacht wird: von und mit speziellen Kunstgriffen, anwendbaren Tricks und vor allem mit Techniken ihrer eigenen Kombinierbarkeit. Auch wenn man Kunst nicht definieren kann – die Beobachtung von Kunst funktioniert. Was später, also heute, funktioniert, war früher womöglich noch eine Fiktion; doch wenn Wirklichkeiten zunehmend durch paradoxe Interventionen ihrer eigenen Darstellungen ersetzt werden? Was dann?
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2014
Andauernde Gegenwart.Sammeln, ausstellen, besuchen
„Es gibt Tage, an denen das Gefühl der Zugehörigkeit zur Welt verblasst“ notiert Peter Sloterdijk 1989 in seinem Essay über das „Museum - Schule des Befremdens“. Warum ist dieses Befremden heute, selbst nach dem Besuch von Kunstausstellungen, nur so selten spürbar? Museen sind nicht nur Orte der Bildung, der Fremdheit und der Seh(n)sucht, sie bieten auch Erfahrungsräume einer sehr eigenen Art. Dabei ist der Museumsbesucher, so Oskar Bätschmann vor einigen Jahren in seinem Buch >Ausstellungskünstler< treffend formulierte, zu einem "Erfahrungsgestalter" geworden.
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2013
Vom Punkt. Ein Portrait
Einen Punkt setzen – das kann vieles und ganz Unterschiedliches heißen: eine Pause machen, einen Satz, einen Gedanken zu Ende bringen, eine Position auf einer Fläche markieren. Einen nächsten Satz, ein nächstes Problem in Angriff nehmen. Ein Punkt ist keine Welt; aber ohne Punkte würde man auch keine Welten bauen. Ohne übertriebenes Pathos sind wohl auch Punkte nicht angemessen darstellbar. Selbst ein Punkt ist etwas – und sei es als Portrait einer Möglichkeit unter vielen anderen. Wie kommunizieren wir mit Punkten, die ja kein Bewusstsein besitzen, sondern zutiefst undurchschaubar sind? Mach mal einen Punkt. Was nach der Setzung eines Punktes geschieht, weiß man erst, wenn man weiter geschrieben hat.
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2013
Unbekannte Wesen beobachten. Anonym, neugierig, informiert – zur Geburt des Besuchers
Besucher – vor allem aber Ausstellungsbesucher – gehören zu jenen Betrachtern deren Kommunikationsweisen selten eindeutig verlaufen. Das macht sie als Zielgruppe für diejenigen interessant, die mit Überraschungen, Erwartungen und anderen indirekten Verfahren ihren Handel treiben. Mit etwas Imagination könnte man einen Besucher als ein stilles Wasser charakterisieren, dessen Tiefe ihm selbst unbekannt ist . Im Gegensatz zu stillen schweigenden Bildern, die, so Bazon Brock vor einigen Jahren, dem Publikum der Moderne ein „mentales Training der Entleerung“ ermöglichen, ist der Besucher tendenziell ein kommunizierender Kommunikator: Anonym ist Besucher, neugierig und informiert.
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2013
Die Kunst verändern. Zum Zeitpunkt ihrer Bewertung
Wie verändert sich Kunst? Vor allem, wenn neben dem Museum und der Galerie der globale Auktionsmarkt als Preisbildner in das Kunstgeschehen eingreift? Diese aktuelle Fragestellung verdrängt im Moment viele andere möglichen Fragen, die sich im Umgang mit Kunst ergeben. Wenn Kunst heute symbolische, soziale und finanzielle Macht verkörpert, rückt eine Frage in den Hintergrund, was man da eigentlich formuliert, wenn man von Kunst als Kunst und nicht von anderen Dingen oder Artefakten spricht.
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2013
Notizen aus der Nachwelt
Wenn alles immer vorläufiger erscheint und improvisierter wirkt, wird immer deutlicher, dass alles eine Nachgeschichte haben wird. Eine Zukunft, die noch nicht Gegenwart geworden ist, wird einst die Gegenwart beurteilen, die noch nicht Zukunft werden konnte.
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2013
Strategien einer >Zuschaukunst<
Nicht primär Kunst steht heute im Mittelpunkt, sondern die Veränderung, die sie bewirkt – indem sie betrachtet wird. Und betrachten kann man Vieles und vor allem sehr unterschiedlich. Wenn Künstler heute beispielsweise die Gesellschaft mit sozialen Tabus konfrontieren, indem sie etwa soziale Randgruppen in den exklusiven Bereich einer elaborierten Hochkultur einschleusen, dann kann diese Strategie als Ausdruck kühl kalkulierender Intelligenz aber ebenso auch als menschenverachtende Instrumentalisierung gedeutet werden.
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2013
Zwischen A und Z - Schlüsselwörter aus Kunst und Politik

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2013
Blank positions in ongoing activities. How art and politics make new sense
Where would we be if – seen from a certain distance – we adopted our own (political) stance? If we knew the answer to this question, there’d be no need to write this essay. Language is a fine thing, especially the subjunctive! Suppose we saw art in relation to politics and discovered that both changed as a result? What if art couldn’t replace politics but could still comment on its activities? And what if at the same time politics couldn’t develop its own as yet unknown powers without art interfering? Can art change the prevailing sense of politics? And how would the much-vaunted autonomy of art be altered as a result?
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2013
Wiederholbare Veränderung – Ritual und Gegenwart
Nichts ist so alt wie ein Ritual. Warum erscheint es uns jedes Mal wie neu? Ein Ritual ist nicht nur eine Klammer, die Leben, Kunst und Tod ineinander blendet, sie ist heute ein Modus, in dem Veränderungen erkennbar werden. Rituale verwandeln das Erleben in einen Prozess der Erfahrung einer gegenwärtigen Veränderung. Die Wiederholung verändert das Ritual; die Veränderung wird selbst zum Medium ihrer Darstellung.
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2013
Können, machen, wählen. Kreative sind auch nur Menschen
Einfälle und kreative Ideen fallen ihren Machern nicht einfach so in den Schoß. Sie müssen schnell zu Papier gebracht werden, sollen sie nicht im nächsten Moment vergessen werden. Heute leben wir in einer Gesellschaft, in der das kreative Konstruieren von Projekten zum Tagesgeschäft geworden ist. Kreative warten nicht mehr auf Einfälle, sondern machen diese selbst, indem sie untersuchen, wie sie entstehen. Menschen, vor allem aber Künstler, haben sich darauf spezialisiert, mit möglichst einfachen Ideen etwas zu machen, was es vorher nicht gab – sie kombinieren ein bestimmtes Können mit einem unbestimmten Machen.
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2013
Wenn Probleme noch keine Designer haben
Was erkennen wir, wenn wir Designobjekte sehen? Sehen wir noch genauer hin? Oder konsumieren schon in Gedanken den Luxus, den wir mit Design verbinden? Stellt uns gegenwärtiges Design nicht permanent die Frage: Besteht mein Sein im Konsum? Wo beginnt die Beschreibung von Gesellschaft neu, deren Beobachtung in der Kunst ihrer Selbstdarstellung liegt? Wo früher eine Theorie des Design noch systematisch operierte, ist heute die Befragung ihrer Ambivalenz zu einem Format ihrer Beobachtung geworden.
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2012
Joke Meets Problem. Relevant and Irrelevant Surprises
Good stories work because the narrator usually does everything to entertain his or her readers with well-aimed surprises. However, in today’s world it has become increasingly difficult for storytellers to fabricate good surprises with perceptible ease. In previous times we let ourselves be surprised, today we know how to construct surprises artificially. A joke is a surprise for a momentary mind flash – but what exactly is a surprise? A kind of observation that directs the focus on the specific way in which it is observed? Or maybe a gift which creates a hiatus in the course of events?
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2012
Überraschungen mit Relevanz.Oder: Wer nicht mehr staunen kann, muss sich überraschen lassen.
Heute staunen wir nicht mehr, wir gehen ins Museum. Hier inszeniert sich die Welt überraschend anders – doch so manches Mal wird sie vor unseren Augen entzaubert. Überraschungen deuten an, dass alles immer noch anders möglich sein wird. Etwas, womit man gar nicht gerechnet hatte, kann sich als >Überraschung< herausstellen – und erzeugt eine Nachfrage nach einer Erklärung für die Funktionen und die Aktualität des Überraschenden.Kunstwerke arbeiten immer häufiger mit ins Werk gesetzten, impliziten und expliziten Überraschungen – es existieren Überraschungen erster und zweiter Ordnung.
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2012
Das Kunstwerk als Spekulant. Die Ersetzung der Zukunft durch die Gegenwart
Man könnte die Geschichte oder besser gesagt das Geschehen der neuzeitlichen Kunst sehr kurz so erzählen: Künstler realisieren in und mit ihren Werken auch Werte, mit denen Betrachter und speziell Sammler spekulieren. Während beispielsweise Gold in der Kunst so etwas wie ewige Erneuerung und Wertsteigerung symbolisiert, so riecht Asche andererseits nach einem Ende, erzählt von einem soeben realisierten Crash. Beides hängt eng miteinander zusammen. Was hier buchstäblich alles zusammenhält ist – Spekulation (lat. speculari: beobachten; von einem erhöhten Standpunkt aus in die Ferne spähen).
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2012
Von der Form einer Darstellung. Entscheiden über Unterscheidungen
Jedes Werk der Kunst unterscheidet sich heute in doppelter Weise: von seiner Darstellung und von dem Ereignis, auf das es sich als Werk bezieht und in dem es an unterschiedlichen Orten und auf unterschiedlichen Ebenen wirkt. Jedes Werk erarbeitet eine Form gewordene Kunst, die sich als Darstellung nach Außen hin sichtbar macht. Als Teil eines Ereignisses, in und mit dem es sich von dem Kontext seiner eigenen Darstellung unterscheidet, begreift sich der Prozess des Unterscheidens als Teil seiner gegenwärtigen Wirklichkeit. In früheren Zeiten nannte man diesen Vorgang >Selbstreflexion< .
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2011
Bilder fragen - wir antworten
Bilderfragen sind formulierbar, existieren jedoch nur indirekt: als zeitloses wie auch aktuell nutzbares Wortspiel. Wie lebt man im Schatten von Bildern? Wer fragt, wenn plötzlich Bilder fragen? Wie sähen Antworten aus, könnten Bilder fragen? Eine Bild verhält sich zur Frage wie eine Formulierung zu ihrer Gegenwart. Eine Frage ersetzt unseren Blick auf eine Bilder-Wirklichkeit durch die Unwahrscheinlichkeit einer eigenen Beantwortung. Fragen von Bildern eröffnen immer Wirkungen, die Bilder als Fragen und Fragen als Bilder betreffen.
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2011
Selbst beobachten. Wie man werden kann, wenn man unterscheiden lernt.
Sehen heißt: jetzt gewählte Unterscheidungen zu gestalten. Unterscheiden heißt: durch eigenes Beobachten Anderes anders sehen zu lernen. Ob es sich dabei um ein Werk der Kunst oder um andere Artefakte handelt, lässt sich nicht bestimmen aber auch nicht ausschließen. Alles, was heute formuliert wird, kann dieses u n d jenes darstellen. Heute zählt einzig der Kontext: also die Stelle, wo und die Art und Weise, wie etwas präsentiert und der Zeitpunkt, wann etwas aktualisiert wird, zählt – wenn überhaupt noch etwas zählt.
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2011
DIE WELT ERTASTEN. Sehend blind - ein doppelter Blick in die Gegenwart
Die Geschichte der Blindheit wird seit einigen Jahren in unterschiedlichsten Kontexten erforscht. Eigenartigerweise gibt es derzeit noch keine umfassende Untersuchungen mit möglichen Titeln wie etwa >Die Blindheit der Gesellschaft< oder auch >Die Kunst der Blindheit<. Fast sicher erscheint es, dass sich dieses in nächster Zeit schnell ändern wird. Wenn wir heute alle (fast) alles live sehen können, wächst die Gefahr eines kollektiven Blindwerdens gegenüber den Herausforderungen der nächsten Zukunft.
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2011
Fiktionen. Zur Performance einer angewandten Technik
Fiktionen ähneln fragilen Objekten – je genauer wir sie zu beschreiben versuchen, desto eher zerrinnen sie uns zwischen den Tasten . Wir leben mit Fiktionen – aber wie funktionieren diese in unserer gegenwärtigen Betrachtung, in der alle Maßstäbe sich offenbar zu verändern beginnen und Veränderung selbst zum sinnfreien Antrieb aller Dinge wird? Der Finger, durch den wir uns die (digitalen) Fiktionen von Welt und Kunst erschließen, ist heute zu einem Medium eines Berührungszaubers geworden.
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2011
Mein Raum, meine Form, meine Unterscheidung. Wie uns BILDER erscheinen und wie wir SÄTZEN Glauben schenken
Ein Raum entsteht, indem das, was hier, mit Worten erscheint, und was jetzt, mittels einer spezifischen, in einen Satz eingebauten Unterscheidung, formuliert wird. Mit dieser Formulierung, die sozusagen in Echtzeit über ihre eigene Entstehung nachdenkt, entsteht die Frage nach der Form (doch nicht unbedingt nach dem Sinn) im Unterschied zur Gegenwart dieser Formulierung.
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2011
Transparenz oder Gegenwart. Mit Möglichkeiten rechnen lernen
Wahrnehmen heißt heute nicht mehr primär Funktionen zu beschreiben, sondern vielmehr jetzt Räume für Möglichkeiten und Zeiten für Gegenwarten zu gestalten, von denen man bislang noch nicht wusste, dass es sie in dieser Mannigfaltigkeit geben könnte. Wer mehr Möglichkeiten sieht, als er künftig, also jetzt, realisieren kann, der erschafft sich ein Problem. Er kennt mehr Lösungen, die er jedoch nicht alle gleichzeitig anwenden kann.
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2011
The Development of Ideas – Exploring Boundaries
Sometimes, but actually not often enough, one can watch one’s own ideas develop within the space and time of their inception. These ideas (and no others) should be recorded at such times. Extraneous ideas are there to be forgotten; however, what purpose do one’s own ideas serve --- when they happen to surface? On the one hand, ideas are a bit like perceived intelligence and on the other hand, they can be compared with cheques that might not be covered – their future value is uncertain. And yet, we cannot survive without them.
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2011
Compulsions and Possibilities. Exploring a New Distinction
Borders such as those which exist between art and everyday life, art and consumerism, and art and non-art are a favourite cognitive topos of modern times. Needless to say, these extensive distinctions have long since become blurred. Today, all kinds of aesthetic surfaces are viewed in a functional way depending on the context and prior knowledge. Once these customary distinctions cease to be productive, the exploration of new differences becomes an option. Nowadays, observers of art search for and find distinctions which are subtler and more exact. Consequently, they are able to focus on new and surprising aspects. Whoever is prepared to be surprised by surprises should also be able to formulate not only past but also future experiences.In the following examination, an abstract distinction, which has not yet been applied in this way, will be put to the test. According to this thesis, artworks generate new kinds of possibilities resulting from the observation of their inherent compulsions. Compulsions that lead to new possibilities – Goya’s “Sleep of Reason Produces Monsters” looms in the distance ... .
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2011
Klare Beschreibung. EVIDENZ – Form, Funktion und Formel einer Darstellungsweise
Eine Form aktiviert jeweils ihre eigene Fiktion, in und mit der ein Werk Stellung nimmt: doppelbödig, paradox, widersprüchlich – Evidenz ist eine Form der historischen Gegenwartsbewältigung. Wir glauben zu wissen, was heute ein Werk sei, aber wie gewinnt ein Werk jetzt an Evidenz, also an einer klar nachvollziehbaren, „für sich“ sprechenden Weise seiner eigenen Beschreibung? Diese spannende Frage entsteht genau in dem historischen Moment, in dem offenbar droht, dass scheinbar alles beliebig geworden ist oder werden kann – also auch die Evidenz eines Werkes der Kunst. Eine Antwort auf diese Frage könnte lauten: Jede Form eines Werkes gewinnt an Evidenz durch eine einprägsame Formel ihrer Beschreibung.
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2010
Der nächste Beobachter. Vom Umgang mit einer Kunstfigur
Als Werner Haftmann 1954 seine später zum Standardwerk avancierte Untersuchung >Malerei im XX. Jahrhundert< veröffentlichte, war die literatur-wisssenschaftliche Rezeptionsästhetik eines Wolfgang Iser noch gar nicht geboren. Und Wolfgang Kemps 1983 veröffentlichter „Anteil des Betrachters“ war noch eine ganze Generation weit entfernt. Doch schon damals schrieb Werner Haftmann offenbar bereits an der Grenzen von etwas gegenwärtig Darstellbarem: „Das Heilige offenbart sich nicht im Präsens. > Ich sehe < ist keine Bezeichnung für eine Tatsache der Offenbarung. Die Einschichtigkeit der sinnlichen Tätigkeit ist ohne räumliche Dimension. Es braucht das Zeitmoment des >visionären< Anwachsen von außen nach innen und wieder nach außen.“
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2010
„Ich will Werke machen, die keine Kunst sind.“ Marcel Duchamp trifft Niklas Luhmann - eine science-fiction
1968, in dem Jahr, in dem der bis dahin nur Kunstkennern bekannte Marcel Duchamp starb, wurde der damals ebenso noch unbekannte Soziologe Niklas Luhmann als Professor an die Universität Bielefeld berufen. Luhmann schrieb in seiner „Kunst der Gesellschaft“(1997): „ …das Kunstwerk lenkt die Aufmerksamkeit des Beobachters auf die Unwahrscheinlichkeit von seiner Entstehung.“ Auch so ein Satz, bei dem sich, ähnlich wie bei Duchamps "Credo", während des Lesens ein leichter Schwindel einstellen kann.
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2010
From Pandora’s Box to Black Box. 1956: Dora and Erwin Panofsky – Roland Barthes – Gregory Bateson

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2010
Von Pandoras Büchse zur black box. Anno 1956: Dora und Erwin Panofsky – Roland Barthes – Gregory Bateson
Im Jahr 1956 werden drei wegweisende Publikationen veröffentlicht: Gregory Batesons >Vorstudien zu einer Theorie der Schizophrenie<, Roland Barthes >Der Mythos heute< und Dora und Erwin Panofskys >Die Büchse der Pandora. Bedeutungswandel eines mythischen Symbols<. Der Text rekonstruiert den Kontext dieser drei Texte im Kontext aktueller Kommunikationspraxis.
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2010
SUBTIL. Verändernd denken können
Kreativität zählt zu den Grundkompetenzen und zu den Mythen der Moderne. Kreativ zu sein verkörpert eine bestimmte Weise im Umgang mit seinem eigenen Wissen; Neues lässt sich nur generieren, indem man Altes in subtiler Form verändert. Ein so elegant klingendes Adjektiv wie >subtil< hinterlässt auf unserer Zunge ganz unterschiedliche Geschmacksempfindungen: was heißt es heute eigentlich genau >subtil< agieren (denken, sprechen, handeln) zu können? Subtil arbeiten heißt, den Rahmen, an und in dem man denkt, jetzt durch einen link, der auch in ein ungewisses Nichts führen kann, zu ersetzen.
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2010
Eine Auswahl, die einen Unterschied macht. Wie Kunsttheorie buchstäblich gemacht wird
Kunst ist buchstäblich Form gewordene Theorie - jedoch mit einem Unterschied: sie produziert sich anders als früher. Entscheidend ist heute wie und besonders wie subtil man heute unterscheidend zu operieren vermag – und das soeben Unterschiedene anders als erwartet wieder zusammenfügt. Dabei gilt: Je kürzer und strategischer man formuliert, desto offener werden die Zwischenräume, die es dann wieder rückwirkend zu überbrücken gilt. Wo früher das Seil gespannt war über das ein Künstler zu balancieren gezwungen war, steht heute ein Kontextelement, das es einerseits genau zu bezeichnen und anderseits ungefähr zu markieren gilt. Wer heute zwischen den Zeilen formuliert, ersetzt den Sinn seines Unterfangens durch die Form, mit der es gilt, sich jetzt vom Dargestellten überraschen zu lassen.
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2010
Ein Traum vom Sammeln. Fiktionen von Einzigartigkeit und Dauer
Der Traum des Sammlers kreist um mindestens zwei zentrale Aspekte: um die Idee der Einzigartigkeit und um den Traum einer fiktiven Dauer. Während die Einzigartigkeit eines Objekts den Traum von einem absolut notwendigen Objekt nährt, das der Sammler unbedingt noch haben muss, verkörpert die Idee der Dauer, die eine Sammlung im Laufe eines Lebens ausstrahlt, so etwas wie eine natürliche Limitierung.
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2010
Doppelt formuliert. Eine kurze Zeitgeisterei
Ein Betrachter ist ein Beobachter, der historisch Neuartiges, das jetzt in der Luft liegt, mit wenigen, gezielten Worten beschreiben kann. Diese Intuition scheint heute in dem Maße wahrscheinlicher zu werden, indem diese mit neuen Formen der Umschreibung künstlich reproduziert wird. Die in der Moderne anwesende „technische Reproduzierbarkeit“ erzählt dabei auch die Geschichte ihrer inneren und äußeren Verdoppelungen. (...) Eine Spekulation enthält und formuliert ein Wissen davon, was außerdem noch möglich sein könnte. Also könnten wir das Wissen des Betrachters auch als eine zugespitzte Form eines noch ausgeschlossenen Wissens betrachten (...).
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2010
‘Death keeps me awake’ The Thresholds of Life and the Consciousness of Death in the Work of Joseph Beuys
This Essay was published in the catalogue >Joseph Beuys ENERGIEPLAN< - Museum Schloss Moyland. 05.09.2010 – 20.03.2011
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2010
DOUBLE BIND. Art Is Disturbing – Communicative Paradoxes Today
How does reality change when seen through the eyes of those observing art? Initially this sentence may sound tautological, however, it implies more than it expresses. Or in other, exaggerated words: art today no longer distinguishes between art and reality. This observation can only be made by those viewers who see art as a double reality which indirectly interferes with one or several truths in spite of (or perhaps because of) its autonomy.
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2010
DOUBLE BIND. Kunst stört - Wirklichkeit
Kunst nimmt auf Wirklichkeit Bezug, indem beide nicht mehr voneinander unterschieden werden. Offenbar wirkt Kunst als eine Art paradoxer Magnet: je weniger sich Kunst und Wirklichkeit von einander unterscheiden, desto anziehender wird es für uns, über die Auswirkungen dieses Verhältnisses nachzudenken. Wo unserere funktional operierende Gesellschaft zunehmend durch Sinn-Leere geprägt ist, da wachsen die spezifischen Fähigkeiten unserer unterscheidenden Selbstbeobachtung. Gerade Kunst entwickelt sich dabei zu einer Aktivität, die Perspektiven wechseln zu können.
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2010
Neustes vom Neuen. Optionen, Variablen, Entscheidungen
Worin liegt die aktuelle - wieder einmal mehr - spürbar werdende Aktualität des Neuen? Wenn gerade das Medium Kunst, wie behauptet wird, jeweils vom Neuen angetrieben etwas Neues in die Welt setzt, müsste dann das Neue in Zukunft, also im nächsten Moment, nicht schon wieder veraltet sein? Und was geschieht eigentlich genau in den entscheidenden Momenten, in denen Neues erkannt wird – oder auch unerkannt bleibt? Wäre nicht eine Praxis von Kunst denkbar, die sich von der Idee des Neuen unabhängig machen könnte? Neues markiert offenbar eine ungewohnte Volte, eine minimale mentale Drehung, eine Lösung, zu der uns womöglich erst noch später passende Probleme einfallen.
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2010
Licht beim Öffnen eines Kühlschranks. Werke, die nicht mehr als Kunst funktionieren - eine Problemskizze.
Seit dem späten XX. Jahrhundert sprechen Kunstbetrachter nicht mehr vorrangig vom Kunstwerk. Eher ist von Projekten, Attitüden, statements, Strategien oder Kunst-kommunikation die Rede. Ein Werk funktioniert heute vor allem, wenn es nicht (oder eben nicht mehr nur noch) als Werk funktioniert.Wer mit Kunst umgeht, produziert, investiert und spekuliert mit den ungeahnten Möglichkeiten, die in ihr selbst als Möglichkeiten stecken. Kunst funktioniert, weil sie gerade und besonders als Nicht-Kunst nicht funktioniert.
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2010
Selbst bestimmt. Vom Unterscheiden im Werk und der Ersetzbarkeit ihrer Elemente
Wie funktionieren soziale und ästhetische Systeme, wenn sie beobachtet werden? Wie immer auch hier eine Antwort ausfallen mag: Eine zentrale Operation, die ein heutiges System als Form bzw. Werk realisiert, wird durch die Bestimmung von Unterscheidungen als Form ihrer Darstellung erzeugt. Ein Werk verkörpert als Kunst gewordene Form eine explizit gemachte Auswahl. Deren impliziten Unterscheidungen verweisen auf Bestimmungen, die auf die eigene Wirklichkeit und auf unbestimmte, fremde Referenzen Bezug nehmen.
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2010
May be you have a solution. Wie Lösungen plötzlich neue Probleme (er-)finden
Probleme kennen wir. Was aber bewirken Lösungen? Eine Lösung ist eine Form, in der man Probleme bearbeitet und eine Weise, in der man unter der Hand lernen kann,in Form von Umkehrungen Phänomene anders als bisher wahrnehmbar zu machen.
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2010
„Wenn etwas geschieht, was sonst nie passiert …“ Das Medium Prophetie und die gegenwärtige Kunst
Früher existierte noch Zukunft, heute muss ich mich gegen eine Gegenwart, die laufend Zukunft verändert bzw. zerstört, zur Wehr setzen. Wer nicht in und mit eigenen und fremden Möglichkeiten denken lernt, der wird von Realitäten eingeholt werden. Wer nicht weiß, was die Zukunft bringen wird, muss nur die Gegenwart entsprechend beobachten können. Die Gegenwart ist eine Menschen-Möglichkeiten-Schnittstelle.
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2010
Unterscheiden und ersetzen
Wer etwas oder jemanden ersetzt, der macht aus einer neuen Anwesenheit und einer Abwesenheit etwas neues Drittes.Ersetzen heißt, das Verändertwerden durch das Medium, in dem man schreibt, mitzuformulieren. Einiges bleibt dabei unersetzbar. Ein Künstler setzt heute ein Werk, eine Geste, einen Ausstellungsort, eine Theorie, eine Differenz als eine spezifische Form, die wie ein Kunstwerk funktionieren kann und umgekehrt gerade als Nichtkunst den Bezug zum Leben wieder herstellt. Durch diesen so realisierten Rückbezug wird die Idee der Kunst als potentiell ersetzbare Form in den Raum der Kunst gestellt.
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2010
Plan B. Die entsicherte Gegenwart
Simulationen und Statistiken haben wie auch andere zur Täuschung fähigen Texte einen Nachteil: sie versprechen uns eine Sicherheit,die so nicht mehr vorhanden ist. Auch Planungssicherheit befreit uns nicht von der Angst, dass alles anders kommt, wenn Veränderungen kommen. Doch nichts ist heute weniger zeitgemäß als das ängstliche Schielen auf Reste von Sicherheit. Unsicherheit heißt offenbar die Zugabe, die die Gegenwart zu einer Zeitgenössischen macht.
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2010
Eine Falle und zwei Möglichkeiten. Unterscheiden beobachten – Verändern lernen
Eine kreative und soziale Kompetenz des 21. Jahrhunderts heißt womöglich: sich auf ein Minimum zu beschränken und mit nur einer Unterscheidung widersprüchlich operieren zu lernen. Eine Unterscheidung wählt eine Seite aus und legt sich nicht dann fest, wie es dann mit dem Unterscheiden weiter geht: die Geburt einer klassischen double-bind-situation. Diese Situation erzeugt eine Falle und mindestens zwei Möglichkeiten zu reagieren. Wer gerade unterscheidet, erkennt nicht den blinden Fleck seiner Beobachtung; wer beobachtet, muss formulieren und hat keine Zeit noch gleichzeitig sein aktuelles Unterscheiden zu kontrollieren.
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2009
Doppelt wirklich. Wer Unwirklichkeit erzeugt, kann die Wirklichkeit provozieren
Unterscheidungen erzeugen scheinbar ewig unveränderbare, unterschiedene Wirklichkeiten: Himmel und Erde, Leistung und Ausbeutung, Kunst und Nichtkunst, Eingeschlossene und Ausgeschlossene. In Medium Kunst liegen die Dinge bzw. die Unterscheidungen ungetrennt ineinander: Wie heute etwas wirklich und zugleich unwirklich wird, ist abhängig von der Form, in der diese präsentiert wird.
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2009
Meine Anerkennung schaffe ich mir selbst. Existiert eine Moral der Kunst?
Was leisten neben Politikern, Managern und anderen sozialen Eliten eigentlich Künstler für die Moral einer Gesellschaft? Wenn der Markt, wie heute zu beobachten, die Moral verdrängt – welche Folgen hat diese Entwicklung für die soziale Entwicklung der Gesellschaft? Oder in Beziehung zum Kunstsystem gefragt: Gibt es so etwas wie eine ästhetische Ethik in einer funktional gewordenen Kunst? Künstler gehören zu den Leistungsträgern der Gesellschaft. Oder etwa doch nicht?
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2009
ZART. The art of setting ourselves in motion
Ideas not yet born but already floating in the air radiate a subtle, delicate grace. Like all unborn life, they need to be nurtured. As keen as we are to hide fledgling ideas from the eyes of curious onlookers, we cannot pretend they do not exist. Everything new curiously appears delicate; everything delicate appears unique, sensitive and so contextual that the world suddenly appears in a new light.... . Published in: Z/ART. Curated by JAN HOET. Gallery ABT ART,Stuttgart. Leinfelden/Echterdingen 2009/2010
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2009
Anders als jetzt. Wer kommunizieren will, muss auch mit Überraschungen balancieren können
Es gibt sie immer noch – die Blaue Blume der Moderne. Heute heißt sie nur schlicht und einfach – Kommunikation. Doch trotz dieser wunderbar nichts und alles bezeichnenden Bezeichnung: Kommunikation war und ist immer ein ästhetischer Balanceakt – manchmal gelingt Kommunikation, vor allem wenn man die Kunst der Überraschung beherrscht, manchmal misslingt sie, besonders dann, wenn einfach das timing schlecht gewählt war. Wer kommunizieren will, muss mit allen seinen Möglichkeiten balancieren können. Denken, und besonders das eigene Denken, hat heute eine sehr eigene Farbe angenommen. Das merkt heute besonders derjenige, der kommuniziert; wer kommuniziert, der spielt immer ein doppeltes Spiel ...
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2009
ZART. Von der Kunst uns selbst in Bewegung zu setzen
Eigene Sinne, also eigene Ideen, die noch nicht geboren sind, aber schon in der Luft liegen, können eine durchaus feine, ja zärtliche Anmutung ausstrahlen. Ideen sollten wie alles ungeborene Leben gepflegt werden. Man möchte junge Ideen noch vor den Augen der neugierigen Anderen verstecken und kann dennoch nicht so tun, als würden sie nicht existieren. Alles Neue erscheint uns auf eigentümliche Weise zart; alles Zarte erscheint uns einmalig, feinfühlig und so kontextbezogen, das uns die Welt – plötzlich – in einem neuen Licht erscheint.
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2009
Ideen finden Formulierungen. Oder: wie real ist Kunst heute?
Heute erscheint uns die Welt unserer Beobachtungen manchmal wie ein übersinnlich sinnliches ready-made. Jede Beobachtung erzeugt einerseits eine kalte, neutral produzierte informative Oberfläche und wirkt andererseits wie ein fremder Meteor, der mit großer Wucht in ein hochsensibles, sofort irritierbares Netzwerk von Ahnungen, Erwartungen und Erinnerungen eingeschlagen ist. Was passiert, wenn dieser Einschlag beobachtet wird? Welche Erkenntnis setzt diese Beobachtung zusätzlich frei?
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2009
Überraschung und Entscheidung
In naher Zukunft wird es einmal Technologien geben, die Überraschungen generieren. In dieser Zeit wird sich die Gegenwart dessen, was Kunst einmal verkörperte, verändert haben.Wer heute fähig ist, sich selbst zu überraschen, ist entweder Künstler oder er arbeitet in einem ähnlichen, der Kunst benachbarten Bereich. Kunst ist heute selbst verantwortlich für das, was sie leistet und oder eben auch nicht leistet. Sie kann uns überraschen und/oder dabei den Begriff des Überraschenden selbst verändern. Das Überraschende verkörpert immer eine Veränderung, eine Abweichung im gewohnten kognitiven Weltenraum, die sich als Form von Überraschung materialisiert.
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2009
Eine Gnade der Kunst
Bereits der Titel mag irritieren. Welcher Sinn mag für uns darin liegen, das relativ junge ästhetische Medium Kunst mit der alten religiösen Kategorie der Gnade zu konfrontieren? Kunst lässt sich ja noch gerade als hochkomplexes Geschehen bestimmen – nämlich als Beobachtung der Unterscheidung von Beobachtungen im Medium ihrer Fiktionen und von Fiktionen im Medium ihrer Unterscheidungen. Aber wie kann man Gnade als ästhetisches Phänomen betrachten? Wie lässt sich das Späte mit dem Neuem, Gnade mit der Kunst, so kombinieren, dass sich aus deren Wechselbeziehungen jeweils andere Fragestellungen ergeben?
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2009
Das Versprechen der Kunst. Illoyalität und Loyalität zwischen ästhetischer und moralischer Kommunikation
Mit der Unterscheidung von Loyalität und Illoyalität, die hier versuchsweise auf die Kunst übertragen wird, wird die Unterscheidung von Kunst und Moral nicht aufgehoben, sondern spezifischer als bisher gestaltet. Über und von was sprechen wir, wenn wir im Kunstkontext von Loyalität sprechen; und was meint Illoyalität, wenn diese von Künstlern ins Werk gesetzt wird? Stört möglicherweise die Anwesenheit eines Kunstwerks die Durchsetzung von illoyalen Strategien? Ist das Illoyale eine authentische Seite innerhalb einer immer stärker inszenierten Form der Kunst?
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2009
Consumerism, Shapes and Objects. The Evolution of Contemporary Design
The “point zero” of design portrays a confrontation in which distinctions are made regarding the connection between old and new, and functions and fiction. The defining of the context of a particular design is also laid out and this context replaces old forms with new stories. By combining previously functional forms with fictitious formats, distinctions between functions and fiction are replaced by shapes of objects as hyper-real creations. Each exterior design is replaced by a relativising kind of recursive observation. Context develops between forms and functions, and between objects and stories.
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2009
Suchen und Ersetzen. Zur Kommunikation des Kunst-Beobachtens
So einfach ist das. Heutige Kunst übersetzt nicht, sie e r s e t z t: Bilder durch Sprache, Intuition durch Intervention, Werke durch statements, Kunst durch Nicht-Kunst, Orientierung durch Irritation, Ordnung durch Chaos, Mimesis durch Poesis, Eindeutigkeit durch Ambivalenz, Politik durch Ästhetik. Mit anderen Worten: Künstler sind heute Spezialisten für eine spezifische kommunikative Praxis, die man Profanisierung durch Ersetzung nennen könnte.
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2009
Beobachtung und Kommunikation. Vom erkennenden Wissen des Betrachters
Der heutige Betrachter ist kein außer der Zeit stehender Prophet, doch er registriert, wie erweiterte Optionen erkennbar werden, die den eigenen Blick auf neue Möglichkeiten richten. Der medial erfahrene Betrachter weiß, dass er in jeder Beziehung einer Fiktion begegnet – und gerade mit diesem Wissen erfährt er die Ambivalenzen zwischen der Nähe einer magisch anwesenden Bildrealität und einer als Imagination durchschauten Darstellung von Distanz.
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2009
Der Konsum, die Form, das Ding. Die Evolution des Designs in der Gegenwart
Wie überschreitet heutiges Design die heutigen „Routinen der Innovation“ (Dirk Baecker)? Wie fiktional und wie funktional gestaltet dabei der Designer diese Aktivitäten? Aus welchen Kontexten kann man ausbrechen, ohne nicht gleich in neuen eingeschlossen zu werden? Kann man Nützlichkeit mit Nonchalance oder Luxus mit Leichtsinn kombinieren? Wo liegt die Grenze, an der Funktion in Subversion umschlägt? Erschienen in: NULLPUNKT. Nieuwe german gestaltung. MARTa Herford 2009, S. 144 - 152.
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2008
Mit dem Un-Möglichen rechnen. Anschlüsse an Kunst heute
Kunst befragt sich im Modus des Möglichen – im Blick eines Anderen, im Raum ihrer Fiktion, an Stelle von etwas, das durch etwas Anderes ersetzt wird. Das Un-Mögliche (in) der Kunst verkörpert die Fiktion, sich nicht unterscheiden zu müssen, ohne diesen Kontext nicht unformuliert zu lassen. "Neu ist das Gegenteil dessen, was jetzt gilt." (zit. n. Beat Wyss, in: SZ. v. 3. 7. 2007) – und unmöglich ist heute die Möglichkeit, Neues auf Dauer auszuschließen.
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2008
Neugier. Form und Gabe einer Fähigkeit
Immer wieder diese alte Frage: Wie kommt Neues in die Welt? Wer weiß, dass er nicht weiß, was er nicht weiß, der ist (oder wird hoffentlich) neugierig. Neugier ist eine Gabe vielleicht auch eine Form von gefühltem Selbstluxus. Das Betriebsgeräusch der Neugier oszilliert zwischen dem angeregten Ideenaustausch zweier Sprechenden und dem unmerklichen Rauschen des Computers im Hintergrund. Die Frage steht im Raum: gibt es Alternativen zur Neugier?
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2008
Ersetzen. Wie Kommunikation anders verläuft
Wir kommunizieren noch in alten Formen, aber wir handeln, indem wir in jedem Moment neue Formen des Kommunizierens erfinden - indem wir alte ersetzen. Direkter gesagt: Man ersetzt ursprünglich das, was nicht mehr benötigt wird, durch etwas anderes, was anschließend selbst ersetzt werden kann. Ersetzen heißt mit Negationen, Nicht-Bestimmungen und Formen des Ausschließens zu operieren.
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2008
Wie Künstler (nicht) entscheiden. Entscheidung als Form von Kunstbeobachtung
Kunst macht Mögliches denkbar, indem es den Spielraum für unmöglich Gehaltenes reduziert. Ähneln also Künstler nicht Sternen, die sich selbst hervorbringen ? Oder verhält es sich umgekehrt? In welchen Universen sind beide, Sterne und Künstler, anzutreffen? Wie entstehen im alten Kontext der Kunst neue Formen des Kontexte beobachtenden Beobachtens? Wie operiert heute das Medium Entscheidung als Form einer Beobachtung von Kunstbeobachtung? Entscheidend ist heute wohl nicht nur, wie man beginnt sondern auch, wie man das Medium Entscheidung von der Form ihrer Beobachtung unterscheidend wahrnimmt.
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2007
Begegnungen der rekursiven Art - Wie Nicht-Kunst auf Kunst reagiert – und was dann geschieht
Von welchen spezifischen Beobachtungen hängt es ab, die Aktivitäten des Starkochs Ferran Adria auf der letzten Documenta als Kunst oder als Nichtkunst zu betrachten? Ist die Ununterscheidbarkeit zwischen beiden heute zu einem Qualitätsmerkmal geworden? Und sagt diese nichtlösbare Frage etwas über die ästhetische Theorie des Kochens oder den zeitgenössischen Appetit auf frische Paradoxien aus? erscheint auch in: Ästhetik & Kommunikation, Heft 138, Herbst 2007, S. 99ff.
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2007
Kunst heute. Anders als exklusiv
Wer heute von Kunst spricht, der weiß, dass er nicht mehr nur noch von einer Muse träumt, sondern auch mit ihr spekuliert. Dabei stellt sich nicht nur die Frage, wie Kunst als Kunst gelingt; denn auch ein Misslingen kann unter Umständen Kunst werden. Der Künstler (und mit ihm der Betrachter) sitzt in der Falle der Paradoxie – er weiß genau, dass er einerseits dem historischen Anspruch genügen muss, exklusiv, authentisch, originell und reflektierend-selbstreflexiv handeln zu müssen – und er versucht andererseits diese Erwartungen anders als bisher zu erfüllen.
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2007
Anders als neu. Zwischen Funktionen und Fiktionen – Formate zeitgenössischer Kunst heute
Eine Funktion von Kunst liegt heute in der Fähigkeit, die Form von Wirklichkeit zu testen, die dann entsteht, indem das Ausmaß der Fiktionalisierung im Rahmen ihrer Darstellung beobachtet wird. Beobachtungen formulieren innerhalb eines formulierten Rahmens die Unterscheidung zwischen der Eigenfunktion und einer funktional beobachteten Fiktionalisierung. Der Beobachter beobachtet gleichzeitig funktional (d.h. bezogen auf den Raum der Entstehung reflektierter Fiktionen) und fiktiv (d.h. bezogen auf die Neuheit der Unterscheidung von fiktiven Funktionen und funktionalen Fiktionen).
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2006
Kunst - eine Risikobewertung
Jedes Kunstwerk ist nicht nur ein Geschenk an die Neugier des Publikums sondern kann sich ebenso auch als ein Risiko für alle Beteiligten erweisen. In einer Performance von Chris Verdonk wird das Publikum geschockt: stehend in einem Aquarium sehen die Betrachter eine junge Frau, gekleidet wie eine Hausmädchen, unter Wasser, die, durch einen Sauerstoff-schlauch von Aussen beatmet, in einer anderen Welt zu leben scheint. Man zittert förmlich um das Leben der Frau angesichts des realen Risikos, in das uns hier der Künstler hinzieht. Wer atmet und wer wird beatmet? Wer betrachtet und wer wird betrachtet? Mit welcher Luft wird hier wer am Leben gehalten? Wird das Risiko zur Kunst oder die Kunst zum Risiko?
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2006
Intuition aus Notwehr. Wie man unerwartet Neues bildet..
Wovon man nicht sprechen kann, davon kann man sich irritieren lassen. Wenn man feststellt, dass man das Entstehen von Neuem im bestehenden Wissen nicht vorhersagen und bestimmen kann, so lohnt es sich immer noch Formen zu finden, die den aktuellen Zustand des Wissens überraschen, stören oder unterbrechen können. Mit anderen Worten, die Irritationen im System hervorrufen. Eine Irritation ist, so Niklas Luhmann, „ein systemeigener Zustand, für den es in der Umwelt des Systems keine Entsprechung gibt. Die Umwelt muß, anders gesagt, nicht selbst irritiert sein, um als Quelle von Irritationen des Systems zu dienen. Nur unter der Bedingung von strukturierenden Erwartungen stellen sich Irritationen ein…. .“
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2003
Flauberts Papagei. Vom Nachplappern zur sich imitiernden Neugier
Wie der Papagei so ist bekanntlich auch der Affe in der Lage den Menschen körperlich und sprachlich nachzuahmen; Menschen interpretieren dieses Verhalten als eine Art sich imitierende Neugier.Auch wer nur nachplappert, kann noch etwas dazulernen.
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2004
Autor, Selbst, Darstellung
Wie kann ich meine Anwesenheit explizit machen, ohne dass ich weiß, wie authentisch ich bin? Auf diese Frage antwortet der systemtheoretisch Gebildete: Ich bin, indem ich mich unterscheide. Mein Selbst unterscheidet sich – auch von mir selbst. Doch wenn ich jemand bin, der sich doppelt, in mir von mir selbst unterscheidet, bin ich - mir selbst - authentisch nur dann, wenn ich gleichzeitig mit mir selbst zum Anderen werde, d.h. eine Differenz zwischen meiner Innenwahrnehmung und Außenbeobachtung aufrecht erhalten kann. Erschienen in: Ästhetik & Kommunikation, Bd. 127, 2005 S. 11-16.
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2005
ERWARTUNGEN - zwischen ästhetischer Prophetie und medialer Selbstenttäuschung
Wer als Leser und Autor Erwartungen äußert, ist nicht in der Lage nicht zu kommunizieren – er zwingt sich, selbst für den Fall wahrscheinlichen Nichtkommunizierens Erwartungsweisen zu kreieren, die ein Kommunizieren mit je aktuellen Kommunikationen wahrscheinlicher werden lassen. Im Kunstkontext sind es Erwartungen, auf die die Werke als Äußerungen Bezug nehmen und in denen sich das Kommunizieren mit Kunst ästhetisch ereignet. Eine Kunst-Erwartung spielt mit parallel laufenden Erwartungsbeobachtungen: Man sieht, wie man die Erwartung, die das Werk miterzeugt, beobachtet und wie Erwartungsbeobachtungen im/vom Werk enttäuscht werden. Was man sieht, kann mich faszinieren, indem es meine Erwartungen enttäuscht oder stört. Und zugleich : das Werk spielt mit der Enttäuschung von Erwartungen, die im Werk aufgebaut werden und spiegelt zugleich die (eigenen) Erwartungen desjenigen, der sie zu formulieren in der Lage ist. (Eine erweiterte Version in: " Im Unerwarteten. Erwartungen(in) der Kunst" in: Ästhetik & Kommunikation, H. 132, Frühjahr 2006, S. 83 - 90).
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2004
Im Treibhaus der Kunst - Die Gabe des Kurators
Im zeitgenössischen Ausstellungsbetrieb spielen sie eine zentrale Rolle. Sie "machen" nicht nur Kunstgeschichte sondern bewegen sich mitten im Geschehen. Sie experimentieren an der Grenze zwischen Kunst und Leben und beobachten, wie sie selbst und wie andere Kunst beobachten. Doch immer bleibt die Frage: Was machen eigentlich Kuratoren? Beantworten wir sie mit einem Bild : Kuratoren erzeugen Dampf im Treibhaus der Kunst - die einen sehen in dieser Formulierung eine Menge heißer Luft, die anderen eine schöne Metapher, die erzählt, wie Menschen in die Welt der Kunst begleitet werden.
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2003
FUNKTIONAL/DYSFUNKTIONAL. Zwischen Selbst- und Fremdbeobachtung (in) der Kunst
Kunst besteht - heute wieder verstärkt - auch in der Reflexion von Kunst . Dies geschieht durch sichtbare Formen, die Kunst unsichtbar reflektieren.Das heißt auch: Kunst ist selbst paradox: als Kunst ist Kunst mehrdeutig und dysfunktional; doch als Reflexion ihrer selbst handelt Kunst auch funktional. Kunst agiert heute funktional dysfunktional. Das heißt nun wiederum: Kunst ist selbst paradox (geworden) und präsentiert sich selbst in Form von Paradoxien.
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2000
"Make the secrets productive". Reden mit Schweigen im Werk von Joseph Beuys
Die Beziehungen zwischen den Größen des Geheimnisses und des Schweigens sowie der von Beuys selbst praktizierten "Auferstehung durch die Sprache" werden hier als lange übersehenes Rahmenthema des Künstlers dargestellt.Erschienen in: Kritische Berichte, 2,2002, S.62-74.
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2001
Von der Kunst der Stille zuzuhören. Die Uraufführung von John Cage´ "4.33" am 29. August 1952
Kurzer Text über einige ästhetische Kontexte, in und mit denen Cage seine berühmte Form gewordene Stille realisierte.
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2002
Form-Bestimmungen. Autor, autorativer Text und Ausstellung
Kurzer Versuch im Medium der Form einer Darstellung Weisen des Formulierens von bestimmten Kontexten zu formulieren, die der Bestimmung des Mediums als Form dienen.
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2003
Werkzeug und Medium. Design-Theorie im Ambiente seiner Medialisierung
Überlegungen zu einer Theorie des Designs, die die Kontexte zwischen den Medien "Kunst" und "Design" selbst in und als mediale Verbindungen rekonstruiert.
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Biographie

  • seit 2002 wissenschaftlicher Kurator Museum MARTa Herford
  • Studium Kunstgeschichte, Medienwissenschaft, Pädagogik
    an der Universität Osnabrück.
  • 1985 Promotion zum Thema "Zeiterfahrung und Städtefotografie des 19. Jahrhunderts".
  • Tätig u.a. als wissenschaftlicher Angestellter, Redakteur, Lektor und Journalist.
  • Aufsätze, Rezensionen, Radioessays u.a. zur Rezeptionsästhetik, zu Joseph Beuys, zum Design im Kunstkontext
 

Kontakt

Michael Kröger